# Kinesiologisches Tape: Korrekturanlagen, Spacetape und Gitterpflaster

**By Dr. med. Dieter Sielmann** · 2026-10-02

Neben den klassischen Muskel- und Bandanlagen (Ligamenttechniken) bietet das Taping-Repertoire erweiterte Spezialtechniken. Wenn es darum geht, punktuelle Druckareale zu entlasten, Verklebungen im Fasziengewebe zu lockern oder spezifische Reflexpunkte gezielt anzusprechen, kommen **Korrekturanlagen** und **Gitterpflaster** zum Einsatz. Dieser Artikel zeigt, wie diese Sonderformen funktionieren und worauf es bei der Anwendung ankommt.

### 1\. Die Grundprinzipien von Korrekturanlagen

Korrekturanlagen unterscheiden sich von reinen Muskelanlagen vor allem durch den gezielten Einsatz von Zugspannung im Zentrum oder durch spezifische Verschiebetechniken des Gewebes. Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Hauptformen:

-   **Raumkorrektur (Spacetape/Sternform):** Hierbei wird das Tape in der Mitte mit höherer Spannung (oft 50 bis 100 %) aufgebracht, während die Enden dehnungsfrei auslaufen. Ziel ist es, den Raum unterhalb des Schnittpunktes anzuheben (Lifting-Effekt), um Druck vom darunterliegenden Gewebe zu nehmen und die Mikrozirkulation anzuregen.
-   **Faszienkorrektur:** Diese Technik dient dazu, verschobene oder verklebte Faszienstrukturen (das elastische Bindegewebsnetz) wieder in ihre physiologische Ausrichtung zu lenken. Beim Aufbringen wird das Tape mit kurzen, sanften Zugimpulsen (Ruck-Technik) schrittweise über das Gewebe geführt, um das Bindegewebe sanft zu verschieben.

### 2\. Schritt-für-Schritt: Das Spacetape in Stern- oder Kreuzform

Das Spacetape ist eine der gängigen Methoden zur punktuellen Entlastung – beispielsweise bei lokal eng umschriebenem Druckgefühl am Rücken, am Oberschenkel oder an den Gelenken.

**Benötigtes Material:**

-   3 bis 4 kurze I-Tapes (ca. 10 bis 15 cm lang)

**Durchführung:**

1.  **Trägerpapier mittig aufreißen:** Ein kurzes I-Tape mit beiden Händen fassen und das Trägerpapier in der Mitte durchreißen. Das Papier nach links und rechts etwas zurückziehen, sodass das mittlere Drittel der Klebefläche frei liegt. Die Enden bleiben durch das Papier geschützt.
2.  **Spannung aufbauen:** Das mittlere Drittel des Tapes gleichmäßig auf ca. 50 bis 75 % seiner Elastizität dehnen.
3.  **Zentral aufkleben:** Den gedehnten Mittelteil direkt über dem empfindlichen Punkt auf der vorgedehnten Haut platzieren.
4.  **Enden dehnungsfrei ablegen:** Das restliche Trägerpapier an den Seiten abziehen und die beiden äußeren Enden völlig ohne Zug auf die Haut kleben.
5.  **Sternform vervollständigen:** Diesen Vorgang mit den übrigen Streifen wiederholen – senkrecht, waagerecht und diagonal –, sodass ein gleichmäßiges Kreuz oder ein Stern entsteht.

_Durch die Überlagerung der Tapes im Zentrum addiert sich der Anhebe-Effekt der Hautschichten an diesem Punkt, was zu einer spürbaren Entlastung des darunterliegenden Gewebes beitragen kann._

### 3\. Gitterpflaster: Punktuelle Impulse ohne Zug

Eine besondere Ergänzung zum elastischen Tape bilden sogenannte [**Gitterpflaster**](https://medi-tape.de/products/crosstapes-gittertape-kaufen "Gittertapes Kaufen"). Dabei handelt es sich um kleine, nicht-elastische, gitterförmig gewebte Pflasterstreifen auf Polyester-Baumwoll-Basis mit einem hautfreundlichen Acrylkleber. Sie enthalten keinerlei Wirkstoffe oder Medikamente.

**Funktionsweise von Gitterpflastern:**

Die Anwendung orientiert sich an den Grundlagen der Meridian- und Triggerpunktlehre. Gitterpflaster nutzen feine mechanische Reize sowie elektrostatische Wechselwirkungen: Auf der Hautoberfläche bestehen unterschiedliche elektrische Potenziale – insbesondere an Triggerpunkten, Schmerzpunkten oder Akupunkturpunkten. Beim Abziehen des Gitterpflasters von der Trägerfolie lädt es sich leicht elektrostatisch auf. Wird das Pflaster langsam über die Haut geführt, richtet es sich häufig an der Stelle aus, an der das lokale Hautpotenzial verändert ist, und schmiegt sich dort an.

**Anwendungstipps für Gitterpflaster:**

1.  **Haut reinigen:** Die Hautstelle muss fettfrei und trocken sein.
2.  **Position finden:** Das Areal nach dem am stärksten empfindlichen Punkt oder einem lokal verhärteten Muskelpunkt (Triggerpunkt) abtasten.
3.  **Anbringen:** Das Gitterpflaster mit einer Kunststoffpinzette oder den Fingern von der Folie lösen und direkt über den gefundenen Punkt kleben.
4.  **Tragedauer:** Gitterpflaster sind wasserfest und können mehrere Tage getragen werden, bis sie sich von selbst lösen.

### 4\. Wichtige Sicherheits- und Anwendungshinweise

Egal ob elastisches kinesiologisches Tape oder Gitterpflaster: Für alle Selbstanwendungen gelten klare Sicherheitsregeln:

-   **Kein Ersatz für die ärztliche Abklärung:** Taping dient der Unterstützung und Entlastung im Alltag und Sport, ersetzt jedoch keine medizinische Diagnose oder Physiotherapie bei akuten Verletzungen.
-   **Kontraindikationen beachten:** Tapes oder Pflaster niemals auf offene Wunden, frische Narben, Ausschläge, Brandwunden oder bei bekannten Hautallergien anbringen.
-   **Bei Missempfindungen entfernen:** Sollte es unter dem Tape zu Juckreiz, Brennen, Taubheitsgefühlen oder Rötungen kommen, das Material umgehend vorsichtig entfernen.

### 5\. Fazit

Mit der richtigen Vorbereitung, der passenden Zuschnittform (I-, Y-, X- oder Fächertape) und dem Einhalten der Grundregeln – wie der Dehnung der Zielmuskulatur und dem stets zugfreien Anbringen der Anker – ist **kinesiologisches Tape** ein vielseitiges Hilfsmittel zur Unterstützung von Bewegungswahrnehmung und Alltagsbelastung.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten.

[← Zurück zur Übersicht: Alle Anleitungen](/blogs/anleitungen)

**Tags:** Anleitung, Gitterpflaster, kinesiologisches Tape, Spacetape

---

> Source: [Medi-Tape](https://medi-tape.de/blogs/anleitungen/kinesiologisches-tape-korrekturanlagen-spacetape-und-gitterpflaster)
