# Die Gate-Control-Theorie – warum Tape auf der Haut den Schmerz beeinflussen kann

**By Dr. med. Dieter Sielmann** · 2026-09-24

Warum sich schon eine einfache Berührung der Haut auf Schmerz auswirken kann, erklärt die sogenannte Gate-Control-Theorie, die die Psychologen Ronald Melzack und Patrick Wall bereits 1965 vorgestellt haben. Sie liefert eine der wichtigsten Erklärungen dafür, warum ein Tape auf der Haut Einfluss auf Schmerzempfinden und Muskelspannung nehmen kann.

## Verschiedene Nervenfasern, verschiedene Aufgaben

Unsere Haut- und Muskelnerven leiten unterschiedliche Informationen unterschiedlich schnell weiter: A-Beta-Fasern übermitteln Druck- und Berührungsreize besonders schnell (ca. 50 Meter pro Sekunde), während dünnere A-Delta- und C-Fasern Schmerz- und Temperaturreize deutlich langsamer weiterleiten (ca. 15 Meter pro Sekunde). Alle Fasern treffen im Hinterhorn des Rückenmarks auf eine Art Schaltstelle.

## Das "Tor" im Rückenmark

Werden die schnellen Berührungs- und Druckfasern aktiviert, hemmen sogenannte hemmende Interneurone die Weiterleitung der langsameren Schmerzsignale – bildlich gesprochen wird das "Tor" für die Schmerzweiterleitung ein Stück weit geschlossen. Das ist derselbe Mechanismus, der erklärt, warum wir instinktiv eine gestoßene Stelle reiben oder pusten: Der Berührungsreiz überlagert den Schmerzreiz auf Rückenmarksebene.

## Bedeutung für das Tapen

Ein elastisches Tape auf der Haut erzeugt durch die Vordehnung und Bewegungsmitnahme einen kontinuierlichen, sanften Reiz auf die Haut – anders als eine kurze Berührung wirkt dieser Effekt jedoch nicht nur wenige Minuten, sondern über die gesamte Tragedauer hinweg. Dies ist eine von mehreren Erklärungsansätzen für die in der Praxis beobachteten Effekte des Tapings und ein etabliertes Prinzip in der Schmerzforschung, das auch anderen Verfahren wie der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) oder der Akupunktur zugrunde liegt.

## Zwei Effekte durch die elastische Anlage

Ein herkömmliches Pflaster ist starr, das Medi-Tape® dagegen hoch-elastisch. Durch die spezifische Anlage auf der Haut entstehen bei jeder Bewegung zwei Effekte, die im Sinne der Gate-Control-Theorie zusammenwirken:

-   **Lifting-Effekt:** Das Tape hebt die oberste Hautschicht minimal an. Das schafft Raum im darunterliegenden Gewebe und kann die Mikrozirkulation von Blut und Lymphflüssigkeit begleiten.
-   **Dauersensorik:** Da das Tape über mehrere Tage getragen wird, sendet es bei jeder kleinen Bewegung einen mechanischen Reiz an die schnellen Berührungsfasern – und damit einen kontinuierlichen Impuls an die beschriebene "Kontrollschranke".

## Im Kontext der Körperstatik

Dr. med. Dieter Sielmann betont in seinen Büchern, dass die Gate-Control-Theorie zwar die neurologische Erklärung liefert, der Effekt des Medi-Taping® in der Praxis aber immer im Zusammenhang mit der [Körperstatik](/blogs/ratgeber/statik-analyse-nach-dr-sielmann) gesehen werden sollte. Ein mechanischer Reiz allein hilft oft nur kurzfristig, wenn Becken oder Wirbelsäule nicht im Lot sind – deshalb kombiniert die Sielmann-Methode die neurologischen Impulse des Tapes mit der Betrachtung von Fehlstellungen im Bereich des Iliosakralgelenks (ISG) oder des Atlaswirbels.

Mehr dazu: [Gate-Control-Theorie (Wikipedia)](https://de.wikipedia.org/wiki/Gate-Control-Theorie)

**Weitere Artikel:**

-   [Das Lymphsystem verstehen](/blogs/ratgeber)
-   [Nebenwirkungen des Medi-Tapings](/blogs/ratgeber)

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**Kein Heilversprechen:** Die hier beschriebenen Inhalte basieren auf den Erfahrungen der MEDI-TAPING®-Methode und dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung und sind kein Versprechen auf Heilung. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten.

**Tags:** Gate-Control-Theorie, Ratgeber, Schmerzforschung

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> Source: [Medi-Tape](https://medi-tape.de/blogs/ratgeber/gate-control-theorie)
