Das Kiefergelenk spielt für die gesamte Körperstatik eine größere Rolle, als viele annehmen. Der Musculus masseter (Kaumuskel) zieht vom Jochbogen zum Unterkieferwinkel und wird vom Nervus trigeminus versorgt. Bei einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) – einem Fehlzusammenspiel von Zahnkontakten, Kaumuskulatur und Kiefergelenk – kann es zu Verspannungen, nächtlichem Zähneknirschen (Bruxismus) und ausstrahlenden Beschwerden kommen.
Einsatzbereiche
Das Masseter-Tape wird vor allem bei nächtlichem Zähneknirschen und Kiefergelenkschmerzen eingesetzt sowie begleitend bei Migräne-Behandlungen. Nach einer Zahnextraktion – insbesondere bei Weisheitszahn-Eingriffen – kann ein Wangen-Tape zudem als unterstützende Maßnahme helfen, damit sich Schwellung und Nachschmerz schneller zurückbilden; dies ersetzt keine zahnärztliche Nachsorge.
Anlage des Masseter-Tapes
Schritt 1: Der Mund wird so weit wie möglich geöffnet. Das Tape auf halbe Breite zuschneiden, ca. 2 cm kürzer als der zu behandelnde Bereich.
Schritt 2: Das Trägerpapier in der Mitte aufreißen, die Mitte des Tapes dehnen und auf der Wange über dem Kaumuskel anbringen. Die Enden werden ohne Zug angelegt.
Anlage nach Zahnextraktion
Schritt 3: Ein Tape in Wangengröße zuschneiden, das Papier mittig aufreißen und mit leichter Spannung mittig auf die Wange über Kaumuskel und Unterkiefer auflegen. Optional kann ein zweiter Streifen senkrecht zum Unterkiefer ergänzt werden.
Mehr zur Anatomie: Musculus masseter (Wikipedia)
Weitere Anleitungen:
Sternocleidomastoideus-Tape anlegen
Trapezius-Tape anlegen
Kein Heilversprechen: Die hier beschriebenen Anwendungen basieren auf den Erfahrungen der MEDI-TAPING®-Methode und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Sie sind kein Versprechen auf Heilung. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden, bei Lähmungserscheinungen, nach Unfällen oder bei Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten.