Das Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) gehört zu den häufigsten funktionellen Magen-Darm-Beschwerden. Typisch sind wiederkehrende Bauchschmerzen oder -krämpfe in Verbindung mit verändertem Stuhlverhalten – das kann sich als Verstopfung, als Durchfall oder als Wechsel zwischen beidem äußern, ohne dass sich organisch eine eindeutige Ursache finden lässt.
Wichtiger Hinweis zur Abgrenzung
Anhaltende oder veränderte Bauchbeschwerden, Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber oder nächtliche Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden, um chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie andere ernsthafte Ursachen auszuschließen. Bei diesen Erkrankungen ist eine fachärztliche gastroenterologische Betreuung unverzichtbar; die hier beschriebene Tape-Anwendung ist ausschließlich für funktionelle, ärztlich abgeklärte Reizdarmbeschwerden gedacht und kein Ersatz für deren Behandlung.
Der Denkansatz hinter der Anwendung
Wie im Beitrag über viszerale Zusammenhänge beschrieben, stehen Haut, Muskulatur und innere Organe über gemeinsame Nervensegmente in Verbindung. Diesen Zusammenhang nutzt die Bauch-Tape-Anlage: Sie wird je nach Symptomatik in unterschiedlicher Farbe entlang des Dickdarmverlaufs angelegt und soll die sanfte, kontinuierliche Massagewirkung des Tapes für den Bauchbereich nutzbar machen.
Anlage des Tapes
Hinweis zur Farbwahl: In der Praxis wird bei überwiegender Verstopfung häufig ein rotes, bei überwiegendem Durchfall ein blaues und bei wechselnden Symptomen ein gelbes Tape gewählt.
Anlage: Das Tape wird diagonal zum Bauchnabel unterhalb des Rippenbogens angesetzt, in Richtung des Dickdarmverlaufs um den Bauchnabel herumgeführt und endet am vorderen Beckenkamm. Auf der Gegenseite wird spiegelbildlich ein zweites Tape angelegt.
Mehr dazu: Reizdarmsyndrom (Wikipedia)
Weitere Artikel:
Viszerale Zusammenhänge
Das Lymphsystem verstehen
Kein Heilversprechen: Die hier beschriebenen Inhalte basieren auf den Erfahrungen der MEDI-TAPING®-Methode und dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung und sind kein Versprechen auf Heilung. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten.