Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Tapen von Nacken und Schulter: Entlastung der Halswirbelsäule, Stabilisierung des Deltamuskels und Unterstützung der Haltung im Alltag.
Nackenverspannungen zählen zu den häufigsten Alltagsbeschwerden, oft verursacht durch myofasziale Verhärtungen und eine gestörte Mikrozirkulation im Bereich der Halswirbelsäule. Diese einfache 2-Schritt-Taping-Anleitung nach der Sielmann-Methode soll die Muskulatur begleiten und entlasten – ganz ohne Wirkstoffe, allein über mechanische Reize auf der Haut (siehe auch unseren Ratgeber zur Gate-Control-Theorie).
Vorbereitung der Haut
Die Haut im Nacken- und oberen Rückenbereich sollte trocken, fettfrei und idealerweise haarfrei sein. Ein Pre-Tape Spray kann die Haftung maximieren.
Schritt 1: Das erste Tape anlegen
Zwei I-Zügel (ca. 10–15 cm) vom blauen Medi-Tape® benötigt
Ecken mit scharfer Schere abrunden
Kopf leicht nach vorne neigen lassen
Oberen Ankerpunkt ohne Zug am Nacken platzieren
Tape mit leichter bis mittlerer Zugstärke (ca. 25–50 %) vertikal nach unten kleben
Unteren Anker ohne Zug auflegen
Tape mehrmals fest anreiben zur Aktivierung
Schritt 2: Das zweite Tape anlegen & Endergebnis
Zweiten I-Zügel parallel zum ersten Tape kleben
Auf der anderen Seite der Wirbelsäule positionieren
Ebenfalls mit leichter bis mittlerer Zugstärke nach unten
Symmetrischen Abstand beachten
Fertig: zwei parallele blaue Tapes von Nacken bis oberem Rücken
Zweites Tape fest anreiben
Profi-Tipps aus Dr. Sielmanns Büchern
Zugstärke: Die Anlage wird meist detonisierend (entspannend) geklebt, d. h. mit Zug in Richtung des Muskelursprungs.
Tragedauer: Das Original Medi-Tape® kann bis zu 7 Tage getragen werden, auch beim Duschen und Sport.
Ganzheitlichkeit: Die Körperstatik-Korrektur ist oft entscheidend – eine ISG-Blockade kann aufsteigende Nackenprobleme mitverursachen.
Wichtiger Hinweis & Rechtlicher Disclaimer
Kein Heilversprechen: Die beschriebenen Methoden und Anwendungen basieren auf den langjährigen Praxiserfahrungen von Dr. med. Dieter Sielmann. Aus den Ausführungen lässt sich jedoch kein Heilversprechen ableiten. Die Wirkung von kinesiologischen Tapes ist wissenschaftlich nicht abschließend bewiesen; ihre Anwendung beruht auf Erkenntnissen der Erfahrungsheilkunde.
Kein Ersatz für ärztlichen Rat: Die Inhalte dieser Seite stellen keine medizinische Beratung dar und können eine individuelle Untersuchung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt, Physiotherapeuten oder Heilpraktiker nicht ersetzen.
Ärztliche Rücksprache halten: Bei akuten oder chronischen Beschwerden, unklaren Krankheitsbildern oder nach Unfällen sollte immer ein Arzt konsultiert werden, bevor Sie mit einer Eigenbehandlung beginnen.
Anwendung auf eigene Gefahr: Die Umsetzung der hier gezeigten Anleitungen erfolgt auf eigene Verantwortung. Die Schmerz und Tape GmbH übernimmt keine Haftung für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch die Anwendung der gezeigten Techniken entstehen.
Kontraindikationen beachten: Tapes sollten niemals auf offene Wunden, akute Hauterkrankungen oder bei bekannten Allergien gegen Acrylkleber aufgebracht werden.
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Der Trapezius (Kapuzenmuskel) ist einer der größten Rücken- und Nackenmuskeln und zieht sich vom Hinterkopf über die Halswirbelsäule bis zur unteren Brustwirbelsäule und zum Schulterblatt. Er wird in drei Teile gegliedert: den absteigenden (Pars descendens), den queren (Pars transversa) und den aufsteigenden Anteil (Pars ascendens). Typische Beschwerdebilder sind Nackenverspannungen, ein seitliches "Halsziehen" sowie Schmerzen zwischen den Schulterblättern – meist im Bereich des aufsteigenden Anteils.
Funktion
Je nach Faserverlauf hebt, senkt oder dreht der Trapezius das Schulterblatt und ist an der Streckung sowie Seitneigung der Halswirbelsäule beteiligt. Da der Muskel so großflächig ist, lässt sich ein einzelner Triggerpunkt oft nur schwer isolieren – in der Praxis wird er häufig schon über benachbarte Tape-Anlagen (z. B. Schulterblatt- oder Halswirbelsäulen-Tapes) mitbehandelt.
Anlage des Tapes
Schritt 1: Vom Schulterwinkel bis zum Haaransatz messen und drei gleich lange Tapestreifen zuschneiden. Den Kopf zur Gegenseite neigen und den ersten Streifen ohne Zug hinter dem Ohr ansetzen.
Schritt 2: Die Schulter nach vorne führen und den zweiten Streifen vom Schulterwinkel entlang des Trapeziusrandes bis zum zwölften Brustwirbel anlegen.
Schritt 3: Bei gleicher Vordehnung der Schulter den dritten Streifen mittig, horizontal in Richtung Wirbelsäule führen – er endet meist am gegenüberliegenden Schulterblatt. Bei schlanker gebauten Personen reichen auch zwei schmalere Streifen (ein V-Tape und ein mittig geteilter Streifen).
Mehr zur Anatomie: Musculus trapezius (Wikipedia)
Weitere Anleitungen:
Sternocleidomastoideus-Tape (Kopfwender-Tape) anlegen
Die Schulter richtig tapen
Kein Heilversprechen: Die hier beschriebenen Anwendungen basieren auf den Erfahrungen der MEDI-TAPING®-Methode und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Sie sind kein Versprechen auf Heilung. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden, bei Lähmungserscheinungen, nach Unfällen oder bei Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten.