Das Lymphsystem ist das zweite große Transportnetz unseres Körpers – neben dem Blutkreislauf. Anders als Blutgefäße bilden Lymphgefäße kein geschlossenes System: Sie sammeln Gewebeflüssigkeit, Stoffwechselabbauprodukte und aufgenommene Nährstoffe aus dem gesamten Körper und führen sie schließlich in den venösen Blutkreislauf zurück.
Aufbau und Transport
Kleinste Lymphgefäße (Lymphkapillaren) sammeln die Flüssigkeit in der Haut und im Unterhautgewebe. Über sogenannte Präkollektoren mit Ventilklappen gelangt sie in größere Sammelgefäße und schließlich über Lymphknoten-Stationen weiter. Klappen verhindern dabei den Rückfluss. Der Weitertransport wird maßgeblich durch die Muskelpumpe – also Bewegung – sowie durch rhythmische Kontraktionen der Gefäßwände unterstützt.
Wenn der Abfluss gestört ist: das Lymphödem
Ist der Abtransport gestört – etwa nach Operationen mit Entfernung von Lymphknoten, nach Bestrahlung oder Verletzungen – kann sich ein Lymphödem entwickeln. In der Fachliteratur werden dabei drei Stadien unterschieden:
Stadium 1: Vollständig rückbildungsfähig, das Gewebe ist noch weich, ein Fingerdruck hinterlässt eine deutliche Delle.
Stadium 2: Beginnender bindegewebiger Umbau, das Gewebe wird fester, der Fingerdruck hinterlässt nur noch eine flache Delle.
Stadium 3 (Elephantiasis): Weit fortgeschrittener Umbau des Bindegewebes; hier ist meist keine vollständige Rückbildung mehr möglich, eine Besserung durch geeignete Behandlung bleibt aber möglich.
Wie das Tape unterstützen kann
Elastisches Tape kann bei jeder Bewegung eine sanfte, oberflächliche Lymphmassage der Haut bewirken. Da vor allem die oberflächlichen, unter der Haut liegenden Lymphbahnen betroffen sind, lässt sich hier durch gezielte Tape-Führung über sogenannte Wasserscheiden hinweg ein zusätzlicher Abflussweg in ein benachbartes Lymphgebiet unterstützen. Dies ist eine begleitende Maßnahme und ersetzt keine ärztlich verordnete Lymphdrainage oder Kompressionstherapie.
Mehr dazu: Lymphgefäßsystem (Wikipedia)
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Nebenwirkungen des Medi-Tapings
Die Bedeutung der Farbwahl beim Medi-Taping
Kein Heilversprechen: Die hier beschriebenen Inhalte basieren auf den Erfahrungen der MEDI-TAPING®-Methode und dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung und sind kein Versprechen auf Heilung. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten.
Das Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) gehört zu den häufigsten funktionellen Magen-Darm-Beschwerden. Typisch sind wiederkehrende Bauchschmerzen oder -krämpfe in Verbindung mit verändertem Stuhlverhalten – das kann sich als Verstopfung, als Durchfall oder als Wechsel zwischen beidem äußern, ohne dass sich organisch eine eindeutige Ursache finden lässt.
Wichtiger Hinweis zur Abgrenzung
Anhaltende oder veränderte Bauchbeschwerden, Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber oder nächtliche Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden, um chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie andere ernsthafte Ursachen auszuschließen. Bei diesen Erkrankungen ist eine fachärztliche gastroenterologische Betreuung unverzichtbar; die hier beschriebene Tape-Anwendung ist ausschließlich für funktionelle, ärztlich abgeklärte Reizdarmbeschwerden gedacht und kein Ersatz für deren Behandlung.
Der Denkansatz hinter der Anwendung
Wie im Beitrag über viszerale Zusammenhänge beschrieben, stehen Haut, Muskulatur und innere Organe über gemeinsame Nervensegmente in Verbindung. Diesen Zusammenhang nutzt die Bauch-Tape-Anlage: Sie wird je nach Symptomatik in unterschiedlicher Farbe entlang des Dickdarmverlaufs angelegt und soll die sanfte, kontinuierliche Massagewirkung des Tapes für den Bauchbereich nutzbar machen.
Anlage des Tapes
Hinweis zur Farbwahl: In der Praxis wird bei überwiegender Verstopfung häufig ein rotes, bei überwiegendem Durchfall ein blaues und bei wechselnden Symptomen ein gelbes Tape gewählt.
Anlage: Das Tape wird diagonal zum Bauchnabel unterhalb des Rippenbogens angesetzt, in Richtung des Dickdarmverlaufs um den Bauchnabel herumgeführt und endet am vorderen Beckenkamm. Auf der Gegenseite wird spiegelbildlich ein zweites Tape angelegt.
Mehr dazu: Reizdarmsyndrom (Wikipedia)
Weitere Artikel:
Viszerale Zusammenhänge
Das Lymphsystem verstehen
Kein Heilversprechen: Die hier beschriebenen Inhalte basieren auf den Erfahrungen der MEDI-TAPING®-Methode und dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung und sind kein Versprechen auf Heilung. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten.
Unser vegetatives Nervensystem (VNS) steuert unwillkürlich die Funktionen der inneren Organe und Gefäße – Herz-Kreislauf, Atmung, Verdauung, Stoffwechsel. Versorgt wird es über die Rückenmarksnerven, die segmental sowohl Hautareale (Dermatome), Muskeln (Myotome) als auch innere Organe (Viszerotome) versorgen.
Was sind Head-Zonen?
Da Haut, Muskulatur und Organe segmental über dieselben Nervenbahnen verschaltet sind, können sich Funktionsstörungen eines Organs auf bestimmten Hautarealen bemerkbar machen – diese Areale werden als Head-Zonen bezeichnet. Ein bekanntes Beispiel ist der sogenannte McBurney-Punkt zwischen Beckenkamm und Bauchnabel, der bei einer Blinddarmentzündung druckschmerzhaft sein kann.
Der umgekehrte Weg: von der Haut zum Organ
Dieser Zusammenhang funktioniert auch umgekehrt: Ein Reiz, der über die Haut gesetzt wird, kann über den sogenannten kutiviszeralen Reflexbogen bis zum zugehörigen Organ weitergeleitet werden. Der Hautreiz wird von Rezeptoren aufgenommen, über sensible Nervenfasern zum Rückenmark geleitet und von dort über vegetative Bahnen an das entsprechende Organ weitergegeben, wo er beispielsweise eine Entspannung der glatten Muskulatur unterstützen kann. Ein alltägliches Beispiel: Das sanfte Reiben des Bauches lindert bei vielen Kindern Bauchschmerzen.
Was das für das Taping bedeutet
Diese Prinzipien nutzt man, wenn Tapes gezielt im Bauchbereich angelegt werden, um den Verdauungstrakt anzusprechen. Die Wahl von Farbe und Anlagerichtung folgt dabei der jeweiligen Symptomatik. Diese Anwendungen sind eine begleitende, unterstützende Maßnahme im Sinne der körpereigenen Regulation und kein Ersatz für eine medizinische Abklärung von Bauchbeschwerden.
Mehr dazu: Head-Zonen (Wikipedia)
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Reizdarm (Colon irritabile)
Die Gate-Control-Theorie
Kein Heilversprechen: Die hier beschriebenen Inhalte basieren auf den Erfahrungen der MEDI-TAPING®-Methode und dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung und sind kein Versprechen auf Heilung. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten.
Warum sich schon eine einfache Berührung der Haut auf Schmerz auswirken kann, erklärt die sogenannte Gate-Control-Theorie, die die Psychologen Ronald Melzack und Patrick Wall bereits 1965 vorgestellt haben. Sie liefert eine der wichtigsten Erklärungen dafür, warum ein Tape auf der Haut Einfluss auf Schmerzempfinden und Muskelspannung nehmen kann.
Verschiedene Nervenfasern, verschiedene Aufgaben
Unsere Haut- und Muskelnerven leiten unterschiedliche Informationen unterschiedlich schnell weiter: A-Beta-Fasern übermitteln Druck- und Berührungsreize besonders schnell (ca. 50 Meter pro Sekunde), während dünnere A-Delta- und C-Fasern Schmerz- und Temperaturreize deutlich langsamer weiterleiten (ca. 15 Meter pro Sekunde). Alle Fasern treffen im Hinterhorn des Rückenmarks auf eine Art Schaltstelle.
Das "Tor" im Rückenmark
Werden die schnellen Berührungs- und Druckfasern aktiviert, hemmen sogenannte hemmende Interneurone die Weiterleitung der langsameren Schmerzsignale – bildlich gesprochen wird das "Tor" für die Schmerzweiterleitung ein Stück weit geschlossen. Das ist derselbe Mechanismus, der erklärt, warum wir instinktiv eine gestoßene Stelle reiben oder pusten: Der Berührungsreiz überlagert den Schmerzreiz auf Rückenmarksebene.
Bedeutung für das Tapen
Ein elastisches Tape auf der Haut erzeugt durch die Vordehnung und Bewegungsmitnahme einen kontinuierlichen, sanften Reiz auf die Haut – anders als eine kurze Berührung wirkt dieser Effekt jedoch nicht nur wenige Minuten, sondern über die gesamte Tragedauer hinweg. Dies ist eine von mehreren Erklärungsansätzen für die in der Praxis beobachteten Effekte des Tapings und ein etabliertes Prinzip in der Schmerzforschung, das auch anderen Verfahren wie der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) oder der Akupunktur zugrunde liegt.
Zwei Effekte durch die elastische Anlage
Ein herkömmliches Pflaster ist starr, das Medi-Tape® dagegen hoch-elastisch. Durch die spezifische Anlage auf der Haut entstehen bei jeder Bewegung zwei Effekte, die im Sinne der Gate-Control-Theorie zusammenwirken:
Lifting-Effekt: Das Tape hebt die oberste Hautschicht minimal an. Das schafft Raum im darunterliegenden Gewebe und kann die Mikrozirkulation von Blut und Lymphflüssigkeit begleiten.
Dauersensorik: Da das Tape über mehrere Tage getragen wird, sendet es bei jeder kleinen Bewegung einen mechanischen Reiz an die schnellen Berührungsfasern – und damit einen kontinuierlichen Impuls an die beschriebene "Kontrollschranke".
Im Kontext der Körperstatik
Dr. med. Dieter Sielmann betont in seinen Büchern, dass die Gate-Control-Theorie zwar die neurologische Erklärung liefert, der Effekt des Medi-Taping® in der Praxis aber immer im Zusammenhang mit der Körperstatik gesehen werden sollte. Ein mechanischer Reiz allein hilft oft nur kurzfristig, wenn Becken oder Wirbelsäule nicht im Lot sind – deshalb kombiniert die Sielmann-Methode die neurologischen Impulse des Tapes mit der Betrachtung von Fehlstellungen im Bereich des Iliosakralgelenks (ISG) oder des Atlaswirbels.
Mehr dazu: Gate-Control-Theorie (Wikipedia)
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Das Lymphsystem verstehen
Nebenwirkungen des Medi-Tapings
Kein Heilversprechen: Die hier beschriebenen Inhalte basieren auf den Erfahrungen der MEDI-TAPING®-Methode und dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung und sind kein Versprechen auf Heilung. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Therapeutin bzw. einen Therapeuten.
Wer unter hartnäckigen Nackenverspannungen leidet, kennt das Gefühl: Der Muskel selbst scheint gar nicht das Problem zu sein – die Verhärtung sitzt tiefer. In der Praxis von Dr. Sielmann rückt dabei zunehmend ein Gewebe in den Fokus, das lange wenig Beachtung fand: die Faszie.Was sind Faszien überhaupt?Faszien sind Bindegewebsstrukturen, die Muskeln und Organe umhüllen. Sie bestehen aus unterschiedlich dicht angeordneten Kollagenfasern, elastischen und retikulären Fasern sowie Bindegewebszellen und durchziehen den Körper wie ein feines Geflecht. Der Faszienforscher Prof. Robert Schleip hat sich intensiv mit diesem Gewebe beschäftigt und maßgeblich dazu beigetragen, dass Faszien heute stärker in der Therapie beachtet werden.Warum Faszien sich "hart" anfühlen könnenWird ein Muskel dauerhaft belastet, vermehren sich die Kollagenfasern der umgebenden Faszie – und diese binden Wasser. Man kann es sich wie einen Feuerwehrschlauch vorstellen: voll Wasser ist er prall und hart, entleert lässt er sich leicht zusammenrollen. Um beanspruchte Muskeln bilden sich auf ähnliche Weise wasserreiche Strukturen, die sich als Verhärtung ertasten lassen.Der Musculus levator scapulae und der Reflex der hochgezogenen SchulternEin Muskel, der im Nackenbereich besonders häufig betroffen ist, ist der Musculus levator scapulae. Er verläuft vom ersten bis vierten Halswirbel zum inneren Schulterblattwinkel. Reflexartig ziehen wir diesen Muskel an, wenn uns kalt ist oder wenn wir angespannt sind – die bekannte Geste der an die Ohren gezogenen Schultern. Bleibt dieser Reflex über längere Zeit "eingefroren", kann der Muskel dauerhaft verspannt bleiben.Manuelle Arbeit statt FaszienrolleFür viele Körperregionen gibt es spezielle Faszienrollen. Für den empfindlichen Halsbereich fehlt jedoch ein vergleichbares Hilfsmittel – hier bleibt die manuelle Behandlung mit den Fingern die naheliegende Methode: Man beginnt am Atlaswirbel und ertastet mit Mittelfinger oder Daumen die seitlichen und hinteren Bereiche des Halses. An Stellen, die sich verhärtet anfühlen, bleibt man mit sanftem, aber bestimmtem Druck, bis sich das Gewebe weicher anfühlt.Ergänzung durch Medi-TapeWird nach der manuellen Behandlung weiterhin ein Spannungsgefühl wahrgenommen, wird in der Praxis häufig zusätzlich ein elastisches Medi-Tape eingesetzt – meist in Grün beidseits über den Musculus levator scapulae, ergänzt durch einen LWS-Stern zur Stabilisierung der Wirbelsäule. Mit jeder Bewegung entsteht so eine leichte Massage des Muskels durch das Tape selbst.Warum die Halswirbelsäule so beweglich – und anfällig – istVerdreht sich das Kreuzdarmbeingelenk (ISG), gleicht die gesamte Wirbelsäule diese Verdrehung aus – die sehr bewegliche Halswirbelsäule übernimmt dabei einen großen Teil dieses Ausgleichs, was erklären kann, warum sie besonders häufig verspannt. Mehr zum Zusammenhang zwischen Beckenverdrehung und Beinlänge finden Sie in unserem Beitrag zur Beinlängendifferenz.Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt die Beobachtungen und den Erfahrungsansatz aus der Praxis von Dr. Sielmann und stellt kein Heilversprechen dar. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder neurologischen Beschwerden (z. B. Taubheitsgefühle, Schwäche, Schwindel) sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.
Die meisten Menschen stellen sich beim Stehen die Füße instinktiv parallel nebeneinander. Ballett-Tänzer und Soldaten im Wachdienst tun dies dagegen bewusst nicht: Sie stellen die Fußspitzen leicht nach außen, sodass die Füße ein „V" bilden. Dieser scheinbar kleine Unterschied kann eine erstaunlich große Rolle für die Statik des gesamten Körpers spielen.Ein einfacher SelbstversuchStellen Sie sich für einen Moment gerade hin, Füße parallel. Die meisten Menschen verlagern dabei ihr Gewicht spürbar auf den Vorfuß, die Zehen krallen sich leicht ein. Stellen Sie die Füße anschließend bewusst in die V-Position: Häufig lässt sich beobachten, dass sich die Schultern nach hinten ziehen, der Brustkorb sich öffnet und das Gewicht sicherer auf der Ferse ruht – dort, wo der Körper eigentlich für dauerhaftes Stehen konstruiert ist.Was mit dauerhafter Vorfußbelastung zusammenhängen kannSteht der Körper überwiegend auf dem Vorfuß, spannt sich die Muskelkette von der Plantarsehne über die Wadenmuskulatur bis in den Oberschenkel und das Becken an. In der Praxis von Dr. Sielmann wird diese dauerhafte Fehlbelastung häufig im Zusammenhang mit Beschwerden wie Hallux valgus, Vorfußschmerzen (Morton-Syndrom), Fersensporn, nächtlichen Wadenkrämpfen oder auch Restless-Legs-Beschwerden diskutiert. Ob und in welchem Maß die eigene Fußstatik daran beteiligt ist, lässt sich nur individuell beurteilen.Der Zusammenhang mit der BeinlängendifferenzEin einseitiger Hallux valgus tritt nach den Beobachtungen aus der Praxis auffällig oft am funktionell längeren Bein auf. Der Hintergrund: Eine Verdrehung im Kreuzdarmbeingelenk (ISG) kann zu einer funktionellen Beinlängendifferenz führen, wodurch sich ein Fußgewölbe stärker absenkt und der Vorfuß auf dieser Seite stärker belastet wird. Mehr zum Zusammenhang zwischen Beckenstatik und Beinlänge lesen Sie in unserem Beitrag zur Beinlängendifferenz.Warum Einlagen allein oft nicht ausreichenSchuheinlagen setzen meist am Symptom an, nicht an der zugrunde liegenden Statik. Wird der Vorfuß dauerhaft überlastet, kann eine Einlage die Ursache nicht beheben. Aus diesem Grund wird in der Sielmann-Methode zunächst die Körperstatik analysiert, bevor über einzelne Maßnahmen wie Tape-Anlagen nachgedacht wird.FazitDie bewusste V-Stellung ist kein Ersatz für eine fundierte Statik-Analyse, kann aber ein einfacher erster Selbstversuch sein, um ein Gefühl für die eigene Gewichtsverteilung zu bekommen. Wer wiederkehrende Beschwerden an Füßen, Knien oder im unteren Rücken hat, sollte die Körperstatik fachkundig untersuchen lassen.Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt kein Heilversprechen dar. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Diagnose. Bei bestehenden Fußfehlstellungen oder anhaltenden Schmerzen sollte immer ärztlicher oder fachtherapeutischer Rat eingeholt werden.
Verspannungen im Hals- und Nackenbereich gehören zu den häufigsten Alltagsbeschwerden. Neben dem Medi-Taping gibt es eine einfache manuelle Selbstbehandlung, die sich aus Prinzipien der Osteopathie ableitet und die viele Patienten in der Praxis von Dr. Sielmann als angenehme Ergänzung empfinden.Die GrundideeIm oberen Nackenbereich, direkt unterhalb des Schädeldachs, liegt der erste Halswirbel – der sogenannte Atlaswirbel. Seine Querfortsätze stehen im Vergleich zu den übrigen Halswirbeln deutlich weiter heraus und lassen sich dadurch gut ertasten. In diesem Bereich liegen Faszien, die bei Verspannung häufig als verhärtet wahrgenommen werden.So gehen Sie vor
Spreizen Sie die Finger beider Hände und schieben Sie die Hände ineinander.
Führen Sie die Hände über den Kopf und lassen Sie die gespreizten Daumen zum Hinterkopf wandern.
Ertasten Sie mit den Daumen das Schädeldach und rutschen Sie knapp unterhalb davon auf den ersten Halswirbel.
Tasten Sie die Halswirbel von oben nach unten ab. Dort, wo sich eine Verhärtung zeigt, üben Sie einen sanften, gleichmäßigen Druck aus – so fest, wie es angenehm auszuhalten ist.
Bleiben Sie mit ruhigem Druck auf der jeweiligen Stelle, bis sich das Gewebe darunter weicher anfühlt.
Ein praktischer Rhythmus: Nehmen Sie sich für jeden der sieben Halswirbel an einem eigenen Tag der Woche etwas Zeit. So lässt sich die Übung leicht in den Alltag integrieren, ohne dass sie zur zusätzlichen Belastung wird.Auch zu zweit möglichDie Technik lässt sich ebenso von einer zweiten Person ausführen, die mit den Daumen entlang der Halswirbelsäule nach Verhärtungen tastet und dort behutsam Druck ausübt.Was dabei zu beachten istEin leichtes Druckgefühl nach der Anwendung ist normal und klingt in der Regel von selbst ab. Bei starken Schmerzen, Schwindel, Taubheitsgefühlen, Ausstrahlungen in Arme oder Hände oder anderen ungewöhnlichen Symptomen sollte die Übung nicht fortgesetzt und stattdessen ärztlicher Rat eingeholt werden – insbesondere bei Vorerkrankungen der Halswirbelsäule.Hinweis: Diese Selbstbehandlung ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung und stellt kein Heilversprechen dar. Sie ist als ergänzende, sanfte Maßnahme gedacht und sollte bei anhaltenden oder starken Beschwerden nicht anstelle einer ärztlichen Abklärung eingesetzt werden.
Medi-Taping® kann viel – aber nicht alles. Dr. med. Dieter Sielmann erklärt, wo aus seiner Sicht die Grenzen der Methode liegen und wann unbedingt ärztliche Hilfe gefragt ist.Kein WundpflasterDr. Sielmann betont, dass Medi-Taping® kein Allheilmittel ist. Seine Erfahrung: Bessert sich ein Schmerz nach dem Tapen nicht deutlich – er nennt hier eine Größenordnung von etwa 60 bis 70 % – und zeigt sich auch nach einer Woche keine Besserung, sollte aus seiner Sicht keine weitere Zeit mit der Methode verloren, sondern zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden.Ein wichtiges WarnsignalNach Dr. Sielmanns Einschätzung kann das Ausbleiben einer Wirkung selbst ein wichtiger Hinweis sein: Verändert sich ein Schmerz im Brust- oder Schulterbereich – insbesondere auf der linken Seite – trotz Tape überhaupt nicht, sollte umgehend eine ärztliche Abklärung erfolgen, da ernsthafte Ursachen wie ein Herzinfarkt nicht ausgeschlossen werden können. Generell gilt: Medi-Taping® ersetzt keine Diagnostik und keine ärztliche Behandlung.Wenn sich nichts ändertReagiert ein Schmerz überhaupt nicht auf die Tape-Anwendung, wertet Dr. Sielmann dies als Hinweis, dass die Ursache möglicherweise nicht muskulär ist. In diesem Fall rät er ausdrücklich zur weiteren ärztlichen Abklärung, statt die Anwendung fortzusetzen.FazitMedi-Taping® versteht sich nach Dr. Sielmanns Darstellung als Begleitung bei muskulär bedingten Beschwerden – nicht als Ersatz für eine ärztliche Untersuchung oder Behandlung. Bei anhaltenden, sich verschlimmernden oder unklaren Beschwerden sollte immer zeitnah medizinischer Rat eingeholt werden.Im Zweifel: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117Weitere ArtikelNebenwirkungen des Medi-Tapings: Was Sie wissen solltenKein Heilversprechen: Dieser Artikel gibt die persönliche Einschätzung von Dr. med. Dieter Sielmann wieder und stellt keine medizinische Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei akuten, anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden – insbesondere Brust- oder Schulterschmerzen – konsultieren Sie bitte umgehend einen Arzt oder den Notruf.
Können alte Narben Schmerzen an ganz anderen Stellen des Körpers auslösen? Dr. med. Dieter Sielmann teilt seine Einschätzung zu Narben als sogenannten Störfeldern.Was ist ein Störfeld?Der Begriff Störfeld ist aus Akupunktur und Neuraltherapie bekannt: Narbengewebe kann demnach den Energiefluss im Körper stören, selbst wenn die Narbe längst verheilt ist. Nach Dr. Sielmanns Einschätzung sollte deshalb bei jedem Patienten, bei dem sich die Körperstatik nicht dauerhaft ausgleichen lässt, auch nach Narben gefragt werden.Wie ein Störfeld erkannt wirdDr. Sielmann beschreibt eine einfache Testmethode: Mit einem Kugelschreiber (mit eingezogener Mine) wird zunächst über gesunde Haut gestrichen, damit der Patient das normale Gefühl kennenlernt. Anschließend wird über die Narbe gestrichen. Empfindet der Patient die Berührung dort deutlich stärker oder unangenehmer, wertet Dr. Sielmann dies als Hinweis auf zu viel Energie und tapt die Narbe in Blau. Wird die Stelle eher taub oder schwächer wahrgenommen, wählt er Rot. Bei wechselndem Empfinden kommt nach seiner Erfahrung Gelb infrage.Wann Narben berücksichtigt werdenNach Dr. Sielmanns Vorgehen wird nicht bei jedem Patienten von Anfang an nach Narben gefragt – meist erst dann, wenn sich die Statik trotz üblicher Behandlung nicht dauerhaft ausgleichen lässt. In seiner Erfahrung kam es in solchen Fällen wiederholt vor, dass erst die Tape-Behandlung einer längst verheilten Operationsnarbe – etwa nach einer Bauchspiegelung oder Achsel-Operation – zu einer spürbaren Veränderung führte.Frische NarbenBei frischen OP-Narben setzt Dr. Sielmann meist ein blaues Tape ein, das nach seiner Beobachtung die Wundheilung unterstützen und Wundschmerz lindern kann. Auch alte, verhärtete Narben werden nach seiner Erfahrung mit der Zeit weicher und elastischer.Hintergrund zum Konzept: Neuraltherapie (Wikipedia)Weitere Artikel
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Die Beinlängendifferenz: Der Schlüssel zur Körperstatik
Kein Heilversprechen: Dieser Artikel gibt die persönliche Einschätzung und Erfahrung von Dr. med. Dieter Sielmann wieder und stellt keine medizinische Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Arzt oder qualifiziertes Fachpersonal. Die beschriebenen Zusammenhänge sind wissenschaftlich nicht abschließend belegt.